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216 - Kalte Tage
Katja und Dirk sind im 14/2 unterwegs.
Dirk: "Osnabrück soll ja die Stadt mit den glücklichsten Deutschen sein. Hab ich
inner Statistik gelesen."
Katja: "Scheiß Kälte."
Dirk: "Was is denn mit dir los? So früh am Morgen schon schlechte Laune?"
Katja: "Ach ich find das immer frustrierend wenn Kollegen weg gehen."
Dirk: "Aber Liebende kannst du doch nicht trennen. Das war doch wohl klar, also
wenn Hanna nach Osnabrück geht, dass Philipp nicht alleine in Hamburg bleibt.
Und Osnabrück soll ja die Stadt sein mit den…"
Katja: "Mit den glücklichsten Deutschen sein, ich weiß. Vielleicht sollte ich
auch dahin ziehen."
Dirk: "Nix! Du bleibst hier, du! So ein bisschen Glück brauch ich aber auch noch
in Hamburg."
Hundealarm im 14. Revier. Ein riesiger Dobermann
sitzt im Wachraum, als Dirk und Katja ankommen.
Katja: "Oh Gott, was ist das denn?!"
Dirk: "Na wer bist du denn? Komm mal her! Na komm mal her, ja komm’ ma’ komm
ma’! Ja budibudibudi […] Ja such das Stöckchen! Wo ist das Stöckchen? Ja
wudeldudeldu! Mein Gott. Der ist ja dumm wie Brot!"
Nachdem Dirk Ferah nicht so ganz feinfühlig aus dem
Aufenthaltsraum vertrieben hat:
Katja: "Wie kannst du nur so unsensibel sein?"
Dirk: "Was heißt denn hier unsensibel? Glaubst du, ich hab Bock mit der auf dem
14/2 zu fahren? Mit einer, die mit Vollkaracho in nen Müllcontainer
reindonnert?"
Dirk und Katja nutzen die Pause für einen kleinen
Imbiss. Während Katja noch dabei ist ihren Döner zu essen, wischt Dirk sich nur
noch den Mund ab.
Katja: "Also, Ferahs Probleme haben offensichtlich angefangen, als sie in den
Streifendienst gekommen ist."
Dirk: "Ja, das ist ja auch Realität und nicht Polizeischule."
Katja: "Sag mal…Ferahs Partner war doch von Anfang an Krebs, oder?"
Dirk: "Ich glaub schon, wieso?"
Katja: "Nach diesem Unfall hatte ich kurz mal das GEFüHL dass sie Angst vor ihm
hat. Naja, vielleicht behandelt er sie einfach schlecht."
Dirk: "Ach hör doch auf! Krebs doch nicht! Das ist einer der geduldigsten und
friedliebendsten Menschen die ich kenn’. Der kann zu Menschen nicht schlecht
sein. Schon gar nich zu Frauen."
Katja: "Dafür, dass du ihn seit so vielen Jahren nich gesehen hast, nimmst du
den Mund aber ziemlich voll!"
Dirk: "Ich war mit ihm zusammen auf der Polizeischule. Er war damals schon ein
Loser, weil er keiner Fliege was zu leide tun konnte. Den musste ich immer
beschützen vor so fiesen Typen."
Katja: "Und ich hab mal jemanden sagen hören *äfft-Dirk-nach*: Die Realität
sieht eben oft ganz anders aus als die Polizeischule!"
Dirk: "Ja und ich hab vorhin jemanden reden hören und das war türkisch. Woher
kannst’ denn das?"
Katja: "Erste Fremdsprache. Ich komm aus Billstedt, schon vergessen?"
Katja und Dirk streiten sich lautstark auf dem Flur
des 14. Reviers.
Katja: "Er mobbt sie nicht nur, er erpresst sie auch noch!"
Dirk: "Dafär hast du doch gar keine Beweise!"
Katja: "Dirk, eine halberfrorene Frau reicht mir als Beweis vollkommen! Ich hab
Krebs heute Morgen angezeigt."
Dirk: "Was?"
Katja: "Beim Dezernat fär interne Ermittlungen."
Dirk: "Du hast was?"
Katja: "Ja! Wenn Ferah es nicht macht, dann muss ich es jawohl tun!"
Dirk: "Du zeigst einen meiner ältesten Kumpel an? Das find ich das Letzte! Das
find ich wirklich das allerletzte! Was ist das denn fär ein scheiß Spiel? Das
hätte ich von dir wirklich nicht erwartet."
Die Tär zu Bernds Bäro geht auf.
Bernd: "Katja, kommst du bitte mal!"
Im Büro.
Bernd: "Hast du eine Ahnung, was hier los ist? Das Telefon steht überhaupt nicht
mehr still. Der Revierleiter vom dreizehnten will dich wegen Verleumdung
anzeigen. Katja, Mobbing ist ein sehr schlimmer Vorwurf , mit so was kann man
dem Ruf eines Polizisten irreparablen Schaden zufügen."
Katja: "Hast du mal mit der gemobbten Frau gesprochen? Frag doch Ferah Sandal
mal nach den irreparablen Schäden, die Krebs ihr zugefügt hat!"
Bernd: "Das hab ich bereits getan. Vorhin am Telefon. Ferah Sandal hält deine
Anzeige für vollkommen ungerechtfertigt."
Katja: "Bernd! Der Typ setzt sie unter Druck! Er erpresst sie mit irgendwas."
Bernd: "Ich kenne Ferah Sandal. Sehr gut sogar. Du hast dich da in was
reingesteigert, Katja!"
Katja: "Hab ich nicht! Mensch, ich bin doch nicht bescheuert!"
Bernd: "Wenn du dir so sicher warst, warum um Himmels Willen hast du vor der
Anzeige dann nicht mal mit mir geredet? Oder wenigstens mit Dirk! Du kannst
doch nicht einfach im Alleingang deinen Dickkopf durchsetzen!"
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219 - Voss in Nöten
Dirk: "Und was machen wir jetzt?"
Katja: "Was fragst du mich?"
Dirk: "Ja wen denn sonst?"
[...]
Katja: "Gib mir mal ein bisschen Geld."
Dirk: "Wofür?"
Katja: "Ja fürs Taxi. Oder soll ich die 30km zu Fuß laufen?"
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220 - Liebe, Lust und Leidenschaft
Harry und Henning gehen in einem Park spazieren, beide haben einen
Kaffee in der Hand.
Henning: "Also, was machen Verliebte?"
Harry: "Tja, was machst du heut Abend?"
Henning: "Ich geh essen, im "Weißen Haus"."
Harry: "Ach nee. Ausgerechnet."
Henning: "Ja, wieso nich?!"
Harry: "Du weißt, dass wir da auch mal waren?!"
Henning: "Deswegen ja. Das war ein schöner Abend."
Harry: "Na dann mach dir mal noch nen schönen Abend da."
Henning: "Also, was machen unsere Verliebten nun?"
Harry *sauer*: "Ja, die gehen ins "Weiße Haus"!"
Henning: "Was is denn los?"
Harry *seufzt*.
Henning: "Sag mal, beneidest du die beiden?"
Harry: "Quatsch! Nee. Die erinnern mich nur an etwas und das macht mich
irgendwie wütend. Tz...ins "Weiße Haus"!"
Henning: "Ja wieso denn nich?"
Harry: "Also du bist echt..."
Henning: "Was?"
Harry: "Da haben wir uns mal geküsst!"
Henning: "Echt?"
Harry: "Oh! Blödmann! Du bist so doof!" *lacht-und-haut-ihn
Henning: "Ey hör auf Harry!"
Sie lachen
Henning: "Sag mal...warum hat das eigentlich nie geklappt mit uns beiden?
Eigentlich sind wir doch ein Traumpaar...oder nich? Warum hat das nie geklappt?"
Harry: "Weil du mir irgendwann erzählt hast, dass du auch deine Unterhosen
bügelst!"
Henning: "Das hab ich nich!"
Harry: "Doch!" *lacht*
Henning: "Quatsch! Im Ernst? *lacht-auch* Oh Gott! Also gut, was machen
Verliebte? Leute, die sich nicht so gut kennen wie wir."
Harry: "Diese beiden Verliebten begehen höchtswahrscheinlich Straftaten. Lass
uns doch mal ins Büro zurückgehen..."
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225 - Abgründe
Katja: "Wo wollen Sie denn hin?"
Mr. X : "Egal wohin. Möchten Sie mitkommen? Ich hab auch eine Flasche Finnischen
Wodka."
Katja: Das hört sich sehr verlockend an. Aber ich muss nach Hause…meine Mutter
anrufen. Viel Glück noch bei der Suche."
Mr. X : "Danke."
Katja: "Tschüss. *im-weggehen* *äfft-sich-selber-nach* Ich muss noch meine
Mutter anrufen…Gott Katja!"
Mr. X: "Glauben sie wirklich, dass ich das Mädchen
überfallen habe?"
Katja: "Also...mein Gefühl sagt…nein. Aber mein Partner sagt ja."
Dirk und Harry sitzen gemeinsam im Auto und hören Radio.
Dirk: "Was is mit den Bayern?"
Harry: "Verlieren…haushoch."
Dirk: "War ja klar. Die haben Henning auf der Tribüne gesehen und gleich ihr
Konzept verloren."
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230 - Zurück auf Los
Dirk: "Was für ein Tag du! Ein Untoter der harmlose
Damen schubst und ein Irrer auf Brautsuche."
Katja: "Diese Carmen Schröder war ganz schön nervös fand ich."
Dirk: "Wärst du das nich an deinem Hochzeitstag?"
Katja: "Haha, so schön kann ein Mann gar nicht sein!"
Dirk schaut sie mit großen, braunen Dackelaugen an. Katja grinst.
Katja: "Naja, wenigstens hast du dir mal wieder für lau ne Zeitung ergattert,
ne?!"
Dirk: "Die hab ich nich für lau, sondern die is konfisziert. Das ist ’n
Beweisstück. Schließlich hat unser mysteriöser Untoter darin gelesen!"
Kurz darauf statten Katja und Dirk dem frischen
Ehepaar Schröder einen Besuch ab. Beide zeigen sich beim Betreten des
Grundstücks beeindruckt von dem prächtigen Haus.
Katja: "Ja, ich sollte mir auch einen reichen Mann angeln."
Dirk: "Damit bin ich ja schon mal aus dem Rennen."
Katja: "Sogar schon vor dem Startschuss."
Dirk: "Kommt dir das nicht suspekt vor, wenn du so
wenig über deine eigene Angetraute weißt? Ich meine, keine Verwandten, keine
beste Freundin…also ich find das komisch."
Katja: "Er liebt sie."
Dirk: "Liebe! Tz. Hast du mal über den Altersunterschied zwischen Carmen und
Jürgen Schröder nachgedacht?"
Katja: "Ja. Der is ungefähr so groß wie bei uns."
Dirk: "Eben. Tja, dann fahren wir mal ins Büro, ne… "
Nachdem Dirk sich heldenhaft vor Katja geworfen
hat, um sie vor einer vermeintlichen Schussverletzung zu schützen, sitzen die
beiden berührt im 14/2. Katja versucht sich zu bedanken…auf ihre Art.
Katja: "Dirk…Was…was du eben für mich da getan hast, das… "
Dirk: "Ja, ich hab mir schon gedacht, dass da gar keine Munition drin is, ne."
Katja: "Nein, was du eben für mich getan hast, das…ich…"
Dirk: "Außerdem so dünn wie du bist, da is bei so nem Einschuss, sind gleich
wichtige Körperteile kaputt, ne. Und in meinem Alter gewöhnt man sich nicht
mehr so leicht an ne neue Kollegin."
Katja: "Dirk! Halt die Klappe und fahr endlich los."
Harry: "Das ist ja auch ne tolle Wohngegend hier, ne?! Guck mal diese
schönen Häuser."
Henning: "Da gibt’s ordentlich was zu holen."
Harry: "Diese prächtigen Bäume…"
Henning: "Perfekte Lauerstellung."
Harry: "Du, die haben fast alle einen eigenen Steg zum Wasser hin. Oah, ich
stell mir das traumhaft vor: Morgens mit ner Tasse Kaffee dazusitzen, Füße im
Wasser baumeln lassen…"
Henning: "Joah, is aber alles ungesichert. Guck mal Harry, da guckt jeder Hans
und Franz direkt vom Kanal in den Garten."
Harry: "Sag mal, kannst du vielleicht ausnahmsweise mal deine Polizeibrille
abnehmen?"
Henning: "Ich bin im Dienst!"
Harry: "Ja, aber deswegen kann man doch die Dinge trotzdem so sehen wie sie
sind. Ein malerisches Ufer, einen schönen Garten…"
Henning: "Ich seh die Dinge wie sie sind. Du machst doch hier einen auf
Romantik."
Harry: Naja, dein Gespür für Romantik ist so gut wie nicht vorhanden."
Harry: "Und du willst das jetzt wirklich?"
Henning: "Heute geht alles!"
Er steigt zu ihr in ein kleines Tretboot, das einem Schwan nachempfunden
ist. Harry lacht.
Harry: "Also so langsam glaube ich, du hast doch eine kleine romantische Ader."
Henning: "Aber nur weil wir uns so lieben."
Harry: "Platonisch lieben!"
Henning: "Aha."
Harry: "Mhm."
Henning: "Wie weit geht denn platonische Liebe bei dir?"
Harry: "Och…Sex oberhalb der Ohren."
Henning: "Schade. Ich find deine Ohren so süss…"
Beginnt an ihren Ohrläppchen zu knabbern
Harry: "Nich knabbern, das kitzelt…Henning! Man du sollst treten, wir bauen
gleich ’nen Unfall."
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233 - Kindersegen
Katja und Bernd gehen durch den Flur. Katja meint
mal wieder, sie weiß alles besser.
Bernd: "Die beiden hatten ein Missverständnis, waren sich aber einig darin,
dass das die Polizei nichts angeht. Gut, dann ist das so!"
Katja: "Nee, da steckt mehr dahinter."
Bernd: "Und wenn die sich jetzt jeden Tag treffen und sich gegenseitig
was auf die Mütze hauen…das ist dann ihr Privatvergnügen."
Katja: "In Tietgens Leben gibt es einen Bruch. Vor zwei Jahren hat er sich
komplett zurückgezogen und niemand weiß warum. Er verbirgt etwas. Ein
Geheimnis. Und dann arbeitet dieser Heizungsmonteur in seinem Haus. Ein Mann
der klaut, der herumschnüffelt…"
Bernd: "Katja!"
Katja: "Nein! Bernd, vielleicht ist Menke beim herumschnüffeln auf Tietgens
Geheimnis gestoßen! Das wäre doch zum Beispiel möglich, oder?"
Sie schaut ihren Chef mit großen Augen an, Bernd hält inne.
Harry und Katja treffen mitten in der Nacht im
Wachraum aufeinander.
Katja: "Hey was machst du denn noch hier?"
Harry: "Das Gleiche könnt ich dich fragen."
Katja: "Ich hab noch ein paar Berichte geschrieben, da hat sich so einiges
angesammelt."
Harry: "Und ich hab geschaut ob nicht irgendwo ein 17 Jahre alter Junge namens
Sebastian vermisst wird. Leider hab ich kein Glück gehabt."
Katja wirft einen Blick auf die Uhr.
Katja: "Sag mal hast du Lust, wollen wir was trinken gehen?"
Harry: "Gute Idee."
Katja: "Fein."
Ein Mädchen kommt herein und klärt Harry über Sebastian Tietgen auf. Als sie
gegangen ist:
Katja: "Alles okay?"
Harry: "Mhm, aber ich muss jetzt leider noch mal los."
Katja: "Ja, ich komm mit. In der Schlagbaumtwiete bin ich heute schon ein paar
Mal gewesen und rate mal bei wem!"
Harry geht an der Zelle vorbei und sieht aus den Augenwinkeln,
dass Henning auf der Pritsche schläft. Sie bleibt stehen und geht lächelnd zu ihm.
Harry: "Guten Morgen! Hi!"
Henning: "Hi."
Harry: "War's so schlimm? Die Invasion der Kleinfamilie."
Er lacht, Harry gibt ihm ihren Becher und streichelt ihm kurz über die Haare.
Harry: "Hier!"
Henning nimmt einen Schluck, macht ein angewidertes Gesicht und schaut Harry entgeistert an.
Harry: "Chai. Ein Hauen und Stechen? Jeder gegen jeden?"
Henning: "Nein, im Gegenteil, die waren total nett zueinander...gar nicht
auszuhalten."
Harry: "Und da bist du einfach abgehauen?"
Henning: "Mhm...ich hab gesagt, ich schlaf bei einem Freund."
Harry: "Hättest auch bei einer Freundin schlafen können."
Henning: "So war das schon besser."
Harry: "Okay, ich mach uns mal einen richtigen Kaffee."
Bevor sie geht, streichelt sie Henning noch einmal liebevoll über die Wange.
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