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001 - Mensch, der Bulle ist ne Frau
Ellen: "Mein Name ist Wegener."
Block: "Block."
Ellen: "Ellen Wegener."
Block: "Block!"
Nachdem Richard einen Mann aus einem brennenden Haus gerettet hat, kommt Rolf zu ihm.
Rolf: "Mensch, Richard, das war knapp!"
Richard: "Du sagst es. *hustet* Aber ich hab endlich mal wieder das getan, wozu ich zur Polizei gegangen bin - damals vor über zwanzig Jahren."
Rolf: "Was meinst du damit?"
Richard: "Ha, ha. Ich hab einem Menschen geholfen - ohne Formulare und ohne Computer, ohne Umwege und ohne diesen modernen Schnickschnack. Wir haben überhaupt keine Zeit mehr für unsre eigentliche Aufgabe!"
Rolf: "Du redest ja wien Leitartikel in der Zeitung. Also Klartext: Worauf willst du raus?"
Richard: "Ich will nich mehr. Ich lass mich versetzten!"
Rolf: "Und wohin?"
Richard: "Da ist doch dieses Rundschreiben gekommen: Beamte, die über zwanzig
Jahre auf dem Buckel haben, können sich als Ausbilder zur Landespolizeischule melden. Ich melde mich."
Rolf: "Leider zu spät!"
Richard: "Wieso?"
Rolf: "Heute ist noch ein Schreiben vom Präsidium gekommen.
Du warst schon weg. Sonst wärs dir bestimmt aufgefallen. Alle Beamten mit mehr als
zwanzig Dienstjahren sollen sich bereithalten, um unsre neuen weiblichen Kollegen anzuleiten,
wenn die jetzt von der Schule zu uns aufs Revier kommen. So ne Art Bärenführer, du verstehst?"
Richard: "Ja, ja, ich verstehe. Frauen bei der Polizei gibts in Hamburg schon ewig:
auf der Davidswache in blauer Uniform. Schutz für Frauen und Kinder, das war ihre Aufgabe."
Rolf: "Mensch Richard, das ist vorbei. Heute sind das gleichwertige Kollegen. Mit
den gleichen Rechten und den gleichen Pflichten, mit der gleichen Ausbildung und der gleichen
Bezahlung wie die Männer."
Richard: "Ich weiß, ich weiß. Mit den gleichen Rechten und den gleichen Pflichten.
Und ne Kanone ham se auch. Aber wenn's ernst wird, dann sind die Mädchen doch viel zu nervös, um mit
so nem Ding überhaupt umzugehn."
Später auf der Wache: Neithard soll sich um eine Dame mit Leopardenfellmantel kümmern.
Neithard: "Darf ich Ihnen Ihren Tiger abnehmen? Fühlen Sie sich ganz wie zu Hause!
Und jetzt möchte ich noch Ihren Fußgängerführerschein sehn. Den ham Sie nich.
Dann sehe ich mich leider gezwungen, heute nach Dienstschluss eine Leibesvisitation vorzunehmen.
Aber dafür muss ich mit Ihre Personalien notieren." *gibt ihr seine Visitenkarte*
Richard: *kommt dazu* "Ach, Herr Kollege, wenn Sie Ihre Disposition für Ihren
Feierabend geklärt haben, hab ich noch was dienstliches für Sie."
Neithard: "Bin schon überredet, Herr Kollege. Vorausgesetzt, Ihr Anliegen
steht in einem direkten Zusammenhang mit unsrer reizenden jungen Mitarbeiterin."
Richard: "Es steht." *geht mit Neithard zu Dietmar und Ellen*
Dietmar: "Schön, dass ihr endlich da seid. Inzwischen fängt hier der
frischeste Fisch an zu stinken." *wedelt mit dem eingewickeltem Fisch (von dem es rauszufinden gilt, ob er möglicherweise schlecht ist) in seiner Hand*
Richard: "Apropos, Sie müssen ein paar Portionen Fisch ins Labor bringen.
Wars das, was Sie wissen wollten?"
Neithard: "Sie haben den Charme einer Glasscherbe und den Humor eines Beerdigungsunternehmers."
Dietmar: "Der Fisch." *hält ihm den Fisch hin*
Neithard: "Danke. Melde mich ab."
Ellen: "Ich finde das alles gar nicht witzig. Was machen wir, wenn das Veterinärinstitut feststellt,
dass der Fisch tatsächlich vergiftet ist?"
Dietmar: "Für mich ist das Problem bereits gelöst: Ich knabbere weiterhin Erdnüsse!"
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